| |
|
Mantrailing
ist Suche mittels Gebrauchshunden nach vermissten Personen im Team
mit einem Hundeführer.
Der Begriff stammt aus dem Englischen von man=Mensch und trailing=verfolgen.
Die Nase ist der am Besten entwickelte Sinn des Hundes. Der Mensch
nutzt sie auch, um vermisste Personen zu finden. Beim Mantrailing
orientiert sich der Hund, im Gegensatz zum "Fährtenhund"
an der tatsächlichen Duftspur des Menschen, am Individualgeruch.
Für einen Laien unverständlich ist es, dass diese Suche
in eher aufrechter Haltung geschieht. Der Hund hat also nicht, wie
bei der Fährtensuche, die Nase dicht am Boden. Die tatsächliche
Duftspur des Menschen driftet z.b. durch Windeinwirkung und Sonneneinstrahlung
ab, verdünnt sich an einigen Stellen und verdichtet sich dafür
eher an windgeschützten Stellen.
Beim MANTRAILING verfolgt der Hund vor allem dem Individualgeruch
der einen gesuchten Person.
Nach der heutigen Auffassung besteht der Individualgeruch aus Hautpartikeln,
Fettsäuren und anderen Körperausscheidungen, welche von
Bakterien zersetzt werden. Diese werden von jeder Person ununterbrochen
abgesondert und hinterlassen eine Spur, die so individuell ist, wie
ein Fingerabdruck.
Diese sehr feinen Partikel sind zu vergleichen mit Rauch.
Sie werden vom Wind, Luftströmungen und Turbulenzen von der eigentlichen
Fährte z.T. um viele Meter weggetragen.
Das führt dazu, dass diese Hunde sich teilweise ganz beachtlich
von der Spur entfernen und ganze Teilstücke abschneiden können.
Da sie darauf trainiert werden immer dem frischesten Geruch zu folgen
ermöglicht es den Hunden ein wesentlich schnelleres vorwärtskommen.
Den Hunden,
welche auf diese Art der Fährtensuche ausgebildet sind, ist
es möglich eine Fährte in jedem Gelände, Stadt Asphalt
und Wald zu verfolgen und diese eine gesuchte Person aus einer Menge
von Menschen herauszufinden.
Es spielt dabei keine Rolle, wenn die gesuchte Person mit dem Rad
oder hoch zu Pferd unterwegs war.
Bei dieser Art
von Suchhunden lässt man den Hunden freie Wahl, wo und wie
sie ihre Nase einsetzen, man lässt die Hunde auf Wegkreuzungen,
Verleitfährten usw. absichern auch wenn eine Richtungsänderung
überlaufen wurde spielt dies keine Rolle, an Prüfungen
gibt es keine Punkte.
Hier wird nur bewertet ob das Team Hund mit Hundeführer die
gesuchte Person findet und korrekt anzeigt.
Wie sie das machen spielt keine Rolle nur der Erfolg zählt.
Es müssen bei diesen Fährten keine Gegenstände gesucht
werden.
Hunde mit einer
solchen Ausbildung werden in Amerika, England und der Schweiz von
der Polizei zur Suche von, zum Teil schon über längere
Zeit, vermissten Personen (Kinder, Pilzsucher, Alzheimer Patienten
u.s.w.) eingesetzt.
Der Hund arbeitet an der langen Leine im Suchgeschirrr und folgt
dem Geruchsbild der Person, deren Geruch er mit Hilfe eines Geruchträgers
(z. B. Kleidung, Schlüssel, Tempos etc.) identifiziert hat.
In der Ausbildung
lernt der Hund, den speziellen Geruch von Personen aus einer Vielzahl
von Verleitungsfährten herauszufiltern und zu verfolgen, bis
er die Person gefunden hat.
Wir gehen nochmal ins Detail:
- Was riecht
der Hund
Zusammensetzung
des Fährtengeruchs
- Bodenfährte (Bodenverletzung, Vegetation, Geruchsstoffe wie
Blut, Sekrete, Schweiß nach Anschuss inkl. bakterielle
Abbauprodukte)
- Eigengeruch des Menschen/Tieres durch Geruchspartikel (Hautschuppen)
und Gase inkl. bakterielle Abbauprodukte
- Einfluß von Wind, Termperatur und Feuchtigkeit auf die Geruchsbildung
und -erhaltung
- Altersunterschied im Fährtenverlauf gibt die Richtung der
Fährte vor
- und - Unterschied
zu anderen Fährtensuchen
Arbeitsweise
des Schweißhundes
- Ausgebildet (bestimmtes) verletztes oder angschossenes Wild zu
verfolgen:
Schweißspur (Blut, Gewbsreste, Pansensaft, Hautfetzen,
Haare, Kot ...)
- Fährte muß mehrere Stunden alt sein, Hund arbeitet
nur Bodenfährten aus. Frischer Eigengeruch des Wildes
verweht und verleitet den Hund von der Fährte weg.
- Wildschweiß hat eine völlig andere Qualtität als
menschliche Blutspuren;
Schweißhunde sind nicht dazu ausgebildet im Einsatz
vermisste Menschen zu suchen!!!
Sie verlieren die Spur schnell, sobald die Blutspur
endet (Notverband!), sofern sie ihr überhaupt folgen, und zeigen
keine Menschen an.
Arbeitsweise
des Fährtenhundes -- Tracking dog
- Ausgebildet, einer Bodenfährte bestimmten Alters zu folgen.
Der Eigengeruch ist ohne größere Bedeutung,
da ausschließlich die Bodenverletzungen ausgearbeitet werden.
- Fährtenhunde kommen für Einsätze nach vermißten
Menschen nicht in Frage, da sie der Fährte nur auf gewachsenem
Boden folgen können, über Asphalt nur über kürzeste
Strecken. Fährtenhunde zeigen keine Menschen an
und benötigen einen sicheren Abgang, der im Einsatz fast nie
gewährleistet ist.
Die Arbeitsweise des Mantrailers
- der Mantrailer nutzt zwar auch die Bodenfährte, orientiert
sich aber im Wesentlichen am Individualgeruch des Fährtenlegers.
- Geruchsdifferenzierung anhand eines Geruchsträgers ist notwendig.
Der Hund verfolgt ausschließlich die Fährte
des Vermissten, auch wenn sie von vielen (frischeren) Fremdfährten
gekreuzt wird.
- Der Verlauf der Eigengeruchsfährte kann massiv von der Bodenfährte
abweichen, wenn Partikel über weite Strecken verweht
werden.
- Die Eigengeruchs-Duftwolke hat ähnliche Eigenschaften wie
Rauch, Partikel setzen sich an Hindernissen (Bordsteinkanten,
Wegeränder, Hauseingänge) ab.
Der Mantrailer arbeitet diese Spuren aus.
- Je frischer die Fährte, desto schwieriger die Ausarbeitung
(Partikel haben sich noch nicht gesetzt)
Der Hund benötigt
eine Geruchsprobe mit dem Eigengeruch des Vermissten, damit er weiß,
welche Fährte er aufsuchen und ausarbeiten soll.
Der Hundeführer
nimmt den Geruchsträger während der Suche mit. Er wird
am Ansatz benötigt (Fundstelle des Geruchsträgers und
Ansatzstelle sind nicht immer identisch), sowie um dem Hund ggf.
(Hund speichert den Geruch für mehrere Stunden) nochmals während
der Suche Hilfestellung zu geben.
- mögliche
Geruchsträger mit möglichst frischem Individualgeruch:
Kleidungsstücke, Bettbezug, Zigarettenstummel,
Autoschlüssel, benutztes Taschentuch, Handschuhe........etc.)
- Eigengeruch von Gegenständen, die nicht transportabel sind
(z.B. Fahrersitz des Autos), kann auf geruchsneutrale
Gegenstände übertragen werden (steriel Mullkompresse).
Dazu wird die Kompresse ca. 10-15 Minuten lang auf die
Oberfläche gelegt und ggf. befeuchtet.
- Um Fehlerquellen von vornherein auszuschließen sollte der
Geruchsträger ausschließlich vom Hundeführer angefasst
werden, wenn dies unumgänglich ist, müssen andere Personen
im Umgang mit dem Geruchsträger geübt sein
und Latexhandschuhe tragen bzw. z.B. eine Grillzange, lange Pinzette
o.ä. benutzen.
- Der Geruchsträger darf nicht mit anderen Individualgerüchen
kontaminiert sein, was z.B. bei Jacken, die in einer
Gemeinschaftsgaderobe hingen, oder bei Schmutzwäsche aus einer
Gemeinschafts -Wäschetonne der Fall ist.
- Der Geruchsträger wird z.B. in eine Zippverschluß-Tüte
verbracht, andere Personen außer der Hundeführer sollten
genau darauf achten, dass zum Beispiel durch das Drüberbeugen
keine eigenen Geruchspartikel hineinfallen.
- Falls der Geruchsträger durch Fremdgeruch kontaminiert wurde,
(z.B. Fahrersitz durch den Feuerwehrmann, Portemoney
durch kontrollierenden Polizisten...), wird der Hund vor dem Fäöhrtenansatz
an allen beteiligten Personen vorbeigeführt. Der
Hund kann dabei die Individualgerüche differenzieren und somit
die entsprechenden Personen von der Suche ausschließen.
Ausbildungsziele
des fertigen Mantrailers
- Ausdifferenzieren einer bestimmten Fährte anhand eines Geruchsträgers
- Selbständiges Auffinden des Fährtenabganges unter vielen
Verleitungsfährten
- Auffinden der frischesten Fährte des Gesuchten
- Verfolgen der Fährte auch über mehrere Kilometer im
unterschiedlichsten Terrain (inkl. Stadtbereich)
- Fährtenarbeit bei jedem Wetter (auch Starkregen und Hitze,
allerdings möglichst zu meiden, da sehr fehlterbehaftet)
- Alter der Fährte bis zu ca. 72 Stunden
- Fährten von Fußgängern, Joggern, Fahrradfahrern,
Rollstuhfahrern, Inlineskatern und Reitern
- Sichere Anzeige, wenn die Fährte endet oder verloren wurde
- sichere Anzeige am Vermissten (auch innerhalb einer Menschengruppe)
|
|